die eisschwimmerinnen

von Winterthur

Unter Wasser mit

Miriam Horvath – Künstlerin

interviewt von Valerie Iselin, Jan 2026

Miri Horvath krault nicht nur ihre Gedanken mit Pinsel und Farbe durch die Welt – sie stürzt sich auch mutig das ganze Jahr über ins eiskalte Wasser. Mit Atelier-Herz, Neugier und viel Humor zieht sie ihre Freundinnen mit und zeigt, dass Kunst, Freiheit und Wasser eng verbunden sind.

Wir haben Miri vor ein paar Jahren kennengelernt, als sie unsere Bademode für sich entdeckt und auf Instagram geteilt hat. Weil uns das Eisbaden und ihr Blick darauf fasziniert, haben wir sie zum Interview getroffen.

  • Lebt in Ellikon an der Thur
  • Künstlerin & leidenschaftliche Eisschwimmerin 
  • Persönlicher VOLANS Favorit: GRETA in Samt

Miri, du wirkst wie jemand, der in der Natur zu Hause ist – warst du schon immer der Typ „Ich brauche frische Luft, Farbe unter den Fingernägeln und vielleicht ein bisschen kaltes Wasser“?

Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, und damit war ich von klein auf ganz selbstverständlich von Natur umgeben. Kartoffeln, Blumen, Felder und Wälder gehörten einfach zu meinem Alltag. Es war nichts Besonderes oder Romantisiertes, sondern Teil meines Lebens – manchmal auch anstrengend, oft schmutzig, aber immer echt.

Zwangsläufig habe ich viel Zeit draussen verbracht, habe mit angepackt, die Jahreszeiten bewusst erlebt und gelernt wie eng Arbeit, Natur und Geduld miteinander verbunden sind. Genau das hat mich geprägt. Ich habe diese Nähe zur Natur schon als Kind geliebt, weil sie mir Freiheit, Ruhe und gleichzeitig Bodenhaftung gegeben hat. Bis heute ist dieses draussen sein für mich ein Ort, an dem ich Kraft tanke und bei mir selbst ankomme.

Wasser war die Belohnung nach einem Tag auf dem Feld, und ich liebte es von Klein auf.

Erinnerst du dich noch an deinen allerersten Sprung ins Wasser?

Ich lebe in einer Region mit vielen kleinen Seen, und die Thur grenzt an mein Dorf. Wasser war für mich immer ganz nah. Ich erinnere mich weniger an einen bestimmten ersten Sprung als an das Gefühl: dieses Schöne, Leichte, Befreiende. Die besten Tage waren immer die, an denen ich im Wasser war, mich danach auf den Platten wärmte und ich Chips essen durfte.

Im Wasser habe ich alles andere vergessen. Das Wasser war für mich von Anfang an ein Ort von Freude und Freiheit.

„Wenn der Kopf ruhig bleibt, folgt der Körper.“

Hast du eine kleine persönliche Routine, bevor du ins eiskalte Wasser gehst – oder ist Spontaneität dein bester Freund?

Ehrlich gesagt habe ich gemerkt, dass der Körper viel mehr aushält, als ich ihm anfangs zugetraut habe. Ich atme tief und ruhig, gehe langsam ins Wasser und lasse mir Zeit. Neoprensocken und Handschuhe helfen mir dabei, genauso wie Geduld- auch beim Anziehen im Winter. Der Kopf steuert unglaublich viel. Wenn man ruhig bleibt, folgt der Körper. Und am Ende merkt man: Wir sind härter, als wir denken.

Du hast deine ganze Frauen-Truppe angesteckt – wie ist das passiert? Und wer in eurer Gruppe hat die lauteste „Ich weiß nicht, ob ich das heute kann“-Stimme?

Ich glaube mein Supertalent ist, dass ich, wenn ich von etwas überzeugt bin, eine grosse Freude daran habe und diese Freude auch teile. Nicht missionierend, sondern ehrlich. Genau so habe ich einige Freundinnen angesteckt. Und ich glaube, am Ende tragen wir dieses Talent alle in uns. Begeisterung weiterzugeben und uns gegenseitig mitzunehmen, wenn wir etwas gefunden haben, das uns gut tut.

Und die Lauteste: „Ich weiß nicht, ob ich das heute kann“-Stimme?

Die gehört ehrlich gesagt jeder von uns- mal lauter, mal leiser. Und manchmal auch mir. Das Schöne ist: Wir hören sie, wie nehmen sie ernst, und dann gehen wir trotzdem gemeinsam ins Wasser.

„Der Kälteschock, das Lachen, der Atem – genau das verbindet uns.“

Gibt es bei euren Winter-Sessions einen Running Gag oder ein kleines Ritual, das euch als Team zusammenschweisst – im wahrsten Sinne des Wortes?

Ja – wir haben tatsächlich eines. Bevor wir ins Wasser gehen, nehmen wie uns bewusst einen Moment zusammen: Wir trinken ein Glas Prosecco, lachen viel, manchmal verkleiden wir uns sogar ein bisschen. Das klingt leicht, aber es hat eine wichtige Funktion. Es löst die Anspannung, bringt uns auf eine Wellenlänge und markiert den Übergang vom Alltag in das, was gleich kommt.

Wenn wir dann gemeinsam ins kalte Wasser gehen, sind wir nicht mehr Einzelne, sondern eine Gruppe. Der Kälteschock, das Lachen, der Atem… all das verbindet uns. Genau darin liegt die Kraft. Man geht nicht alleine hinein, sondern getragen von der Gemeinschaft.

„Ein Badekleid, in dem man sich wohlfühlt, macht selbst eiskaltes Wasser leichter.“

Wenn ihr ins kalte Wasser steigt: Welche Volans-Badeanzüge sind bei euch immer dabei – und warum gerade diese Modelle?

Jeder von uns hat sein eigener Favorit. Viele mögen besonders die Samt-Badeanzüge – sie sind funktional, angenehm auf der Haut und sehen einfach fantastisch aus. Gerade bei so etwas extremen wie Kältebaden spielt es eine Rolle, sich in dem, was man trägt, wohl und selbstbewusst zu fühlen.

Die Volans- Badekleider sind einfach grossartig- ein Tag darin macht glücklich!

„Im Wasser habe ich alles andere vergessen.“

Was würdest du einem absoluten Anfänger raten, der das erste Mal ins Eisbad steigen möchte – worauf sollte man unbedingt achten?

Geh nicht alleine, steig langsam ins Wasser und konzentriere dich auf ruhiges Atmen. Bleib nur kurz drin – für Anfänger reichen 30-60 Sekunden völlig. Höre auf deinen Körper, wärme dich danach gut auf. Und vor allem Mach es nicht zum Wettkampf, sondern hab Spass!

Was hilft: Neoprensocken und Handschuhe

Du kreierst unter @atelier_horvath wunderbare Natur- und Kunstinhalte – inspiriert dich das Eisbaden selbst auch kreativ? Wenn ja: Wie zeigt sich das?

Ja, sehr! Aber nicht auf die romantische Art. Klares Wasser schneidet alles Überflüssige weg. Wenn man ins Einsbad geht, gibt es für ein paar Minuten keine To-Do-Listen, keine Rollen, keine Ablenkung – nur Atmen, Körper und Gegenwart. Dieser Zustand ist erstaunlich nah an dem, was Künstler:innen „Flow“ nennen.

Kreativität zeigt sich bei mir in drei Dingen: Gedanken werden einfacher und präziser. Und viele Ideen, die vorher verkopft waren, fühlen sich danach plötzlich richtig an oder eben nicht. Beides ist wertvoll.

Man könnte sagen: Eisbaden ist wie ein radikaler Reset für die Wahrnehmung. Und genau aus so einem Reset entsteht oft gute Kunst.

 

Wie bei VOLANS bist auch du eine mutige Frau, die sich selbständig gemacht hat. Was war der Moment, in dem du gemerkt hast: „Jetzt gehe ich meinen eigenen Weg“?

Das Atelier Horvath ist eher aus meiner Freude am Kreativsein entstanden und hat sich dann ganz natürlich verbreitet. Mittlerweile biete ich über 50 Kurse im Jahr an, und viele Menschen finden den Weg zu mir. Seit 13 Jahren führe ich das Atelier Horvath.

Zum Abschluss möchte ich sagen: Ich liebe die Menschen und das Kreativ sein. Es ist einfach wunderbar, ihnen die Natur näher zu bringen und gemeinsam diese Verbindung zu erleben… und am Ende glaube ich fest daran: Ein guter Tag findet im Wasser statt – weil es uns erdet, uns verbindet und uns immer wieder neu lebendig macht.

Und mit Volans Badeanzüge macht es einfach noch mehr Spass – im Wasser und darüber hinaus!

 

Liebe Miri, vielen Dank für deine offenen, spannenden und inspirierenden Antworten!